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Residential Development

Wohnungswirtschaft: Umsetzung des Gebäudetyp E am Beispiel BUWOG Speicherballet in Berlin

Donnerstag, 3. April 2025 | Online Event

Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in der Projektentwicklung mit Eva Weiß

Die Wohnungswirtschaft steht vor der Herausforderung, energieeffiziente und nachhaltige Gebäude wirtschaftlich umzusetzen. Der Gebäudetyp E bietet dabei einen standardisierten Ansatz, um Planungs- und Bauprozesse zu optimieren. Doch wie gelingt die praktische Umsetzung in Neubau- und Bestandsprojekten?

Wir diskutieren gemeinsam mit Branchenexperten über die Potenziale und Herausforderungen des Gebäudetyps E. Anhand aktueller Projekte werden Lösungsansätze vorgestellt und praxisnahe Einblicke in die Umsetzung gegeben.

Themen der Diskussion:

  • Anforderungen und Vorteile des Gebäudetyps E für Neubau- und Sanierungsvorhaben
  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten für energieeffiziente Wohngebäude
  • Praxisbeispiele: Erfolgreiche Umsetzung und Learnings aus realen Projekten

Event-Zusammenfassung (KI)

Innovative Strategien für die Bauwirtschaft: Einsparpotenziale im Wohnungsbau

Im Rahmen des Webinars „Wohnungswirtschaft: Umsetzung des Gebäudetyp E am Beispiel BUWOG Speicherballet in Berlin“ wurden hochrangige Expertinnen der Bauwirtschaft zusammengebracht, um über die aktuellen Herausforderungen und Chancen im deutschen Wohnungsbau zu diskutieren. Zu den zentralen Referenten gehörte Eva Weiß, eine angesehene Fachfrau auf diesem Gebiet. Ihr Fokus lag auf innovativen Ansätzen zur Optimierung der Baupraxis, insbesondere durch die Einführung des Gebäudetyps E.

Gebäudetyp E: Reduzierung nicht sicherheitsrelevanter Normen

Angesichts der dringenden Notwendigkeit, den Wohnungsbau in Deutschland zu beschleunigen, wurde der Gebäudetyp E als ein Lösungsansatz vorgestellt. Diese Bauweise zeichnet sich durch eine bewusste Abweichung von sogenannten Komfortnormen, wie Schallschutz, Deckendurchbiegung und Elektrik, aus. Weiß betonte, dass sicherheitstechnische Standards wie Brandschutz und Statik dabei unverändert bleiben: „Sicherheitstechnische Standards bleiben definitiv erhalten.“ Die Reduktion der Komfortnormen soll primär zur Kostenminimierung beitragen. Ein Beispiel dafür ist die flexible Anpassung der Anzahl der Steckdosen pro Wohnung, um ohne wesentliche Einschränkungen der Funktionalität Kosten zu sparen.

Gesetzliche Herausforderungen und Erfordernisse

Trotz dieser innovativen Ansätze sieht Weiß gesetzliche Barrieren als große Herausforderung. Solange keine BauGB-Novelle oder ein neues Bauvertragsrecht eingeführt wird, bleibt die Umsetzung des Gebäudetyps E problematisch. Die aktuelle Gesetzgebung könnte für Bestandshalter rechtliche Risiken bergen, besonders wenn vertragliche Abweichungen von den anerkannten Regeln der Technik nicht eindeutig geregelt sind.

Effizienz und Kubatur als Erfolgsfaktoren

Ein weiteres bedeutendes Thema des Webinars war die Effizienzsteigerung bei der Bauplanung. Eva Weiß wies darauf hin, dass nicht nur die Effizienz des Gebäudes, sondern auch die Kubatur entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg und die ökologische Nachhaltigkeit sind. Insbesondere die Balance zwischen Fassadenfläche und vermietbarer Wohnfläche sei kritisch. Eine kompakte und effiziente Bauweise kann die Baukosten signifikant senken. Die Fensterflächen und damit verbundene Aussparungen spielen hierbei eine zentrale Rolle in der Kostenstruktur.

Stellplatzregelungen und innovative Behördenansätze

Die starren Vorgaben zur Stellplatzverpflichtung waren ebenfalls Thema der Diskussion. Weiß kritisierte den Zwang zur Errichtung teurer Tiefgaragen aufgrund eines unverhältnismäßigen Stellplatzschlüssels von 1 zu 1. Sie plädierte für flexiblere Regelungen, um die Baukosten zu reduzieren. Als positives Beispiel wurde die innovative Herangehensweise des Bezirksamtes Spandau hervorgehoben, das mit flexiblen Baufenstern im Bebauungsplan neue Wege beschreitet. Die Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden zeigte in Spandau, wie Moderne und Tradition erfolgreich vereint werden können.

Einzelvergaben als Kostenkontrollinstrument

Zur Kontrolle der Baukosten empfahl Weiß den Einsatz von Einzelvergaben, eine Praxis, die bei bis zu 95% ihrer Bauprojekte Anwendung findet. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, marktfähige Preise und Qualität zu garantieren und bietet in einem unsichereren Marktumfeld eine geeignete Strategie.

Holzbau: Fortschritte in Nachhaltigkeit und Sicherheit

Die Diskussion um den Brandschutz und Feuchteschutz im Holzbau offenbarte ebenfalls interessante Perspektiven. Verpresste Holzsystemwände wurden als langlebiger und sicherer gegenüber konventionellen Stahlkonstruktionen dargestellt. Diese Entwicklungen sind ein markantes Beispiel für die Fortschritte bei nachhaltigen Baumaterialien und Technologien im modernen Wohnungsbau.

Anpassung von Baunormen und Verbrauchsoptimierung

Abschließend sprach Weiß über die potenziellen Einsparungen durch die Überarbeitung bestehender Baunormen. Ein Vergleich mit Europa, insbesondere den Niederlanden, zeigt, dass geringere Standards oft niedrigere Baukosten bedeuten. Die Entschlackung der deutschen Baunormen könnte somit erheblich zu effizienteren Bauprojekten führen. In der Diskussion wurden auch die Nutzererwartungen bei der Energieverbrauchsoptimierung erörtert. Eine genauere Überwachung des Nutzerverhaltens könnte hier zusätzliche Einsparpotenziale erschließen, die sowohl den Energieverbrauch als auch die Kosten reduzieren.

Das Webinar „Wohnungswirtschaft: Umsetzung des Gebäudetyp E am Beispiel BUWOG Speicherballet in Berlin“ hat deutlich gemacht, dass der Wohnungsbau in Deutschland durch innovative Ansätze und flexible gesetzliche Rahmenbedingungen zukunftsfähig gestaltet werden kann. Die Diskussionsbeiträge zeigten praxisnahe Strategien auf, wie die Balance zwischen wirtschaftlicher Effizienz, architektonischer Qualität und rechtlichen Anforderungen gefunden werden kann.

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